Besichtigungstour in Dänemark

Dänemark hat sich bereits nach der ersten Ölkrise 1973, im Rahmen der damals neu ausgearbeiteten Energiestrategie entschieden, Wärmenetze stark auszubauen. So wurde schrittweise eine Infrastruktur geschaffen, die heute für die Wärmewende von entscheidender Bedeutung ist. Seit Anfang der 80er-Jahre sind die dänischen Kommunen dazu verpflichtet, kommunale Wärmepläne auszuarbeiten, wobei sie von staatlicher Seite unterstützt werden. Diese Vorgehensweise bildet bis heute eine wichtige Grundlage für den klimagerechten Umbau der Wärmeversorgung.

Bei den Besichtigungstouren im Rahmen des Deutsch-Dänischen Dialogs Wärmenetze lernen Teilnehmer den Stand der Entwicklung und die Planung für die nächsten Jahre vor Ort kennen.

Obwohl sich die gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in Dänemark von denen in Deutschland unterscheiden, gibt es doch eine grundlegende Gemeinsamkeit: Aus denselben energiewirtschaftlichen Gründen wie in Dänemark, werden Wärmenetze in Zukunft auch hierzulande eine wichtige Rolle spielen. Der Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien sowie die Stabilisierung des Energiesystems mit Hilfe der Sektorenkopplung und dem Bau thermischer Speicher erfordern einen dynamischen Ausbau neuer sowie die Umrüstung bestehender Netze.

Die Begegnungen und Gespräche sowie die Eindrücke und Erfahrungen während der Reise bilden deshalb den Ausgangspunkt für die Diskussion, unter welchen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen es auch in Baden-Württemberg möglich sein wird, den notwendigen Strukturwandel in der Wärmeversorgung durchzuführen.

Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, die regionalen Beratungsinitiativen Wärmenetze sowie ein Mentor auf dänischer Seite sind gerne bereit, diese Diskussion in Kommunen und Stadtwerken zu unterstützen.


Die letzte Exkursion fand von Mittwoch, 8. bis Freitag, 10. Mai 2019 statt.

Ansprechpartner: Helmut Böhnisch, Leiter Kompetenzzentrum Wärmenetze
Tel: (0721) 984 71-13


Rückblick: Eindrücke von der Exkursion im November 2018