15.12.2016

Neues Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung komplettiert Informationsoffensive der KEA

Strom- und Wärmebedarf in Gebäuden effizient selbst decken: Neutrale Impulsberatung für Kommunen, Wohnbaugesellschaften und Unternehmen zu den Chancen der KWK.


Die Energieeffizienz der Kraft-Wärme-Kopplung im Vergleich zu der getrenn-ten Strom- und Wärmeerzeugung. Grafik: KEA / ASUE

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ermöglicht es Gebäudeeigentümern, ihren Strom- und Wärmebedarf energiesparend selbst zu decken. Firmenneutrale Informationen und Impulsberatungen zu der Effizienztechnologie, die enorme wirtschaftliche Chancen aufweist, gibt es jetzt bei dem neuen Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Das fünfte Kompetenzzentrum der Landesenergieagentur bietet seine Leistungen Kommunen, Unternehmen, Eigentümer größerer Gebäude wie Wohnbaugesellschaften und Wohnungseigentümergemeinschaften sowie Fachleuten unentgeltlich an. Leiter des Kompetenzzentrums KWK ist der 30-jährige Verfahrenstechniker Florian Anders.

Mehr zur Kraft-Wärme-Kopplung und seinen Einsatzmöglichkeiten finden Interessierte auf www.energiekompetenz-bw.de/kwk. Eine telefonische Auskunft ist unter 0721 984 71-0 möglich.

„Das neue Kompetenzzentrum stellt einen wichtigen Baustein dar, damit das Land seine ambitionierten energie- und klimapolitischen Ziele erreichen kann“, erklärte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller am 15. Dezember 2016 . Das Kompetenzzentrum gewährleiste fachlich fundierte Information, Beratung und Qualifizierung und bringe damit das Landeskonzept KWK einen großen Schritt voran.

KEA stellt neutrale Erfahrung kostenfrei zur Verfügung


Die KWK ist eine wichtige Basis für die klimaschonende und effiziente Energieversorgung der Zukunft und für das Gelingen der Energiewende. Die Tech-nologie bietet außerdem eine Reihe von Vorteilen, nicht zuletzt wirtschaftlicher Art. Doch trotz zahlreicher Umwelt- und Kostenvorteile liegen noch große Einsatzpotenziale brach. Gründe hierfür sind die vermeintlich komplizierte Technik und nicht immer einfach verständliche energierechtliche Rahmenbedingungen.

Der Beratungsbedarf ist folglich groß. Das neu gegründete Kompetenzzentrum KWK sieht seine Aufgabe darin, Interessierte auf dem Weg zu einer KWK-Anlage fachkundig zu unterstützen. Experten aus der KEA und anderen Institutionen in Baden-Württemberg stellen ihnen und Fachleuten ihr Know-how zur Verfügung. Ziel ist, die Nutzung der KWK-Technologie voranzutreiben.

„Die umfassende Erfahrung der KEA mit kommunalem Verwaltungshandeln, aber auch aus Projekten in Unternehmen, steht in Form der Kompetenzzentren kostenfrei zum Wissenstransfer zur Verfügung“, sagt KEA-Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen. „Die Kompetenzzentren helfen hersteller- und produktneutral ohne wirtschaftliche Eigeninteressen mit Impulsberatungen, fundierten Informationsmaterialien, Qualifizierungsveranstaltungen und Netzwerken.“

KWK ist fester Baustein im Klimakonzept des Landes

Mit dem Kompetenzzentrum KWK wird ein weiterer Baustein aus dem im Sommer 2015 verabschiedeten Landeskonzept KWK umgesetzt. Die KWK soll einen Teil zur Erreichung der Klimaschutzziele des Landes beitragen. Bis zum Jahr 2020 ist vorgesehen, pro Jahr 12,8 Terawattstunden Strom mit KWK-Anlagen zu produzieren, so das Energieszenario 2050. Der Anteil an der jährlichen Bruttostromerzeugung würde sich damit in vier Jahren auf 20 Prozent verdoppeln.

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Infobroschüre und fünf Flyer

Zur Unterstützung der Kommunen und Unternehmen des Landes hat die KEA fünf Kompetenzzentren aufgebaut. Einen Überblick über die Leistungen und Ansprechpartner des Kompetenzzentrums KWK sowie der seit einem guten Jahr tätigen vier weiteren Kompetenzzentren zu kommunalem Klimaschutz, Energiemanagement, Wärmenetzen und Contracting geben jetzt die Broschüre „Energiekompetenz BW“ und fünf Flyer. Sie sind auf der Internetseite oder postalisch erhältlich.

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KWK: Strom und Wärme selbst erzeugen. Wie geht das?

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzt fossile und erneuerbare Energieträger besonders effizient: Der Gasmotor einer KWK-Anlage treibt einen Generator an und produziert damit Strom. Zugleich wird die Abwärme des Motors einer Verwendung zugeführt. Die bessere Ausnutzung des Brennstoffs steigert den Gesamtwirkungsgrad auf bis zu 90 Prozent – die getrennte Strom- und Wärmeerzeugung über das Stromnetz und mit konventionellen Heizungsanlagen kommt nur auf rund 55 Prozent Gesamtwirkungsgrad.

Nicht nur Eigentümer von kommunalen Liegenschaften können von der Energieeffizienztechnologie profitieren. Auch für Bürogebäude und große Mietwohnhäuser, aber auch viele Industrieunternehmen, ist die KWK interessant (siehe Grafik).

Die Technologie basiert auf Verbrennungsmotoren. Brennstoffe können Erdgas oder Öl sein, aber auch erneuerbare Brennstoffe wie Biogas oder Methan aus der Ökostromspeichertechnologie Power-to-Gas. Die nächste KWK-Generation auf der Basis von Brennstoffzellen mit einem noch höheren Wirkungsgrad ist kürzlich auf den Markt gekommen.

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