25.10.2017

Wohnungswirtschaft: Vorteile von Blockheizkraftwerken nutzen

Kompetenzzentrum KWK der KEA startet Informationskampagne. Start im Oktober 2017.


Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme und sind besonders effizient. In Baden-Württemberg setzt die Wohnungswirtschaft  die Energiespar-Technologie immer öfter in größeren Wohngebäuden, Gebäudeensembles und Wohnquartieren ein. Die wirtschaftlichen Chancen sind aber nicht allen Unternehmen der Branche bekannt. Das Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg hat daher im Oktober 2017 eine landesweite Informationsoffensive gestartet. Sie soll der gesamten Wohnungswirtschaft den Nutzen von BHKW aufzeigen und Praxisinformationen liefern. Hinzu kommen Tipps, um rechtliche und technische Stolpersteine bei Projekten in der Wohnungswirtschaft aus dem Weg zu räumen.

Die Kampagne besteht unter anderem aus kostenfreien Initialberatungen, Webinaren und Veranstaltungen, dem Ausbau eines Beraternetzwerks sowie der Publikation von Best-Practice-Beispielen. Sie wendet sich an Wohnungsbauunternehmen und -genossenschaften, Eigentümergemeinschaften, Projektentwickler und Contractoren. Informationen und Kontakt:
www.energiekompetenz-bw.de/kwk

Die klimafreundlichen Kleinkraftwerke im Keller bieten mehrere Vorteile

Mit Hilfe von BHKW können Gebäudeeigentümer den Strom- und Wärmebedarf ihrer Mieter außerordentlich effizient decken. Die Technologie spart bis zu 40 Prozent Primärenergie im Vergleich zu Brennwertheizungen sowie Strom aus dem Netz ein. Da die Anlagen wirtschaftlich sind, interessieren sich immer mehr Unternehmen der Wohnungswirtschaft dafür.

BHKW erfordern zwar höhere Investitionen als etwa Erdgaskessel, sie machen sich dennoch meist in einer überschaubaren Zeit bezahlt. Gebäudeeigentümer bieten ihren Mietern zudem eine sichere Strom- und Wärmelieferung. Auch das positive Image der Anlagen als klimafreundliche Kleinkraftwerke im Keller können die Gebäudeeigentümer für sich nutzen.

Im Südwesten kommen rund 65.000 große Wohngebäude für die Nutzung von BHKW in Betracht. Bislang bewegt sich die Zahl der BHKW noch im vierstelligen Bereich. „Fehlende Erfahrung mit der Technologie, Unkenntnis der Planungs- und Auslegungswerkzeuge, mangelndes Wissen über die rechtliche Situation etwa bei der Stromverteilung in Gebäuden sind die größten Hürden“, sagt Florian Anders, der Leiter des KEA-Kompetenzzentrums. „Das wollen wir ändern.“

Größere Wohngebäude eignen sich hervorragend für den Einsatz dezentraler BHKW. Dies hat mehrere Gründe: Die Zusammenfassung vieler Wohneinheiten führt zu einem gleichmäßigeren Wärme- und Strombedarf. Die elektrische Leistung kann so ausgelegt werden, dass sich ein Großteil des erzeugten Stroms in den Liegenschaften selbst verwenden lässt – die Investition wird deutlich wirtschaftlicher. Im Vergleich zu einer Wärmeerzeugung in jedem Gebäude oder Wohnungen  verursacht eine BHKW-Lösung im Quartier oder Gebäudeensemble überdies geringere Wartungskosten. Für Gebäude mit vielen Wohneinheiten können eventuell externe Dienstleister den Mieterstroms abrechnen.

Bessere gesetzliche Rahmenbedingungen

Die seit Jahresbeginn 2017 wirksame KWKG-Novelle schuf neue Rahmenbedingungen: Investitionen in die dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung insbesondere für die Wohnungswirtschaft sind jetzt noch attraktiver. Neue Anlagen, die ihren gesamten Strom in das Netz der allgemeinen Versorgung einspeisen, werden besser vergütet als früher. BHKW mit einer geringeren elektrischen Leistung als 50 Kilowatt bekommen außerdem statt für 30.000 künftig für 60.000 Vollbenutzungsstunden Zuschläge auf den Strompreis.

Hinzu kommt bereits seit geraumer Zeit die Möglichkeit, den erzeugten Strom an die Mieter zu verkaufen. Dabei profitieren die Mieter durch günstigere Strompreise und das Unternehmen durch höhere Stromerlöse.

BHKW erfüllen Südwest-Gesetz EWärmeG und erhalten gute Förderung

Wenn ein Wohnungsunternehmen in seinem Gebäude ein BHKW installieren lässt, profitiert es auch aus einem anderen Grund: Fast immer kann das in Baden-Württemberg geltende Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) mit einem BHKW erfüllt werden. Im Südwesten gilt bei einem Austausch oder Einbau von Heizanlagen ein Pflichtanteil von 15 Prozent erneuerbarer Energien an der Gebäudewärmeversorgung. Alternativen zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergien wie BHKW oder Dämmmaßnahmen gelten als gleichwertige Erfüllungsoptionen. Parallel zu den Zuschüssen des KWK-Gesetzes gibt es Förderprogramme des Bundes und des Landes die den Einbau von BHKW vergünstigen. Neben zinsgünstigen Darlehen, wie sie etwa die KfW-Förderbank anbietet, können auch Zuschüsse beantragt werden. Das Landesprogramm „Klimaschutz-Plus“ stellt eine weitere Fördermöglichkeit dar. Hier wird die  BHKW-Beratung gefördert. Das Umweltministerium Baden-Württemberg unterstützt zudem Investitionen in die Errichtung oder Erweiterung energieeffizienter Wärmenetze mit Kraft-Wärme-Kopplung. „Die Wohnungswirtschaft in Baden-Württemberg sollte daher bei einer Erneuerung des Heizungsbestandes in ihren Liegenschaften auf jeden Fall den Einbau eines BHKW prüfen“, so Anders. „Inzwischen sind Blockheizkraftwerke zu einer wirklich attraktiven Technologie geworden.“

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Förderprogramme

Bundesweit: KfW-Programm Erneuerbare Energien – Premium
Baden-Württemberg: Klimaschutz-Plus, Förderprogramm energieeffiziente Wärmenetze (hier werden auch BHKW gefördert)

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