Willkommen im Kompetenzzentrum Wärmenetze

Die Energiewende ist ohne eine Wärmewende nicht machbar. Vor dem Hintergrund der Bundes- und Landesziele steht Deutschland und damit auch Baden-Württemberg vor der Herausforderung bis 2050 den Gebäudebestand nahezu klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Das heißt, bis Mitte des Jahrhunderts müssen Öl und Gas aus der Wärmeversorgung weitgehend verschwunden sein. Beim notwendigen Strukturwandel können Wärmenetze aufgrund zahlreicher Vorteile eine zentrale Rolle spielen:

  • Umfassender Einsatz erneuerbarer Energien möglich (Solarthermie, Bioenergie, Geothermie)
  • Effizienzsteigerung durch die Nutzung von Abwärme aus Gewerbe, Industrie und Abwasseranlagen
  • Integration von Wärmespeichern verschiedener Größen. Vom Kurzzeitspeicher (stunden- oder tageweise) bis zum Langzeitspeicher (saisonal).
  • Entwicklung kommunaler Wärmeplattformen durch intelligente Verknüpfung verschiedener Erzeugungstechniken kombiniert mit Wärmespeichern unterschiedlicher Kapazität.
  • Ausbau kommunaler Wärmeplattformen zum Bindeglied zwischen Strom- und Wärmeversorgung. Nutzung von überschüssigem Wind- und Solarstrom für die Wärmeversorgung sowie Bereitstellung flexibler Leistungen für die Stromversorgung durch strommarktgeführte Blockheizkraftwerke.
  • Gute Kombinierbarkeit mit der schrittweisen Verbesserung der Wärmedämmung von Bestandsgebäuden im Versorgungsgebiet.

Hemmnisse bei der Realisierung von Wärmenetzen

Trotz aller Vorteile, gibt es auch Hemmnisse, die der Realisierung von Wärmenetzen entgegenstehen. Es ist wichtig, diese nicht aus den Augen zu verlieren und stattdessen Maßnahmen zu entwickeln, sie zu überwinden. Da die Kunden aufgrund des natürlichen Monopols im System Wärmenetz auf Dauer gebunden sind, müssen die Randbedingungen offen und transparent gestaltet sein und eine möglichst weitgehende Beteiligung der Wärmeabnehmer erlauben.

Die Hemmnisse im Einzelnen:

  • Wärmenetze erfordern ein koordiniertes, gemeinschaftliches Vorgehen aller Beteiligten
  • Wärmenetze weisen eine hohe Kapitalbindung und lange Abschreibungszeiten auf
  • Die wirtschaftliche Absicherung erfordert hohe Anschlussgrade
  • Misstrauen gegenüber der Fernwärme. Mögliche Gründe dafür sind Intransparenz bei den Preisen, die ökologische Qualität und der Verbleib der erzielten Gewinne.
  • Bestehende Versorgungsstrukturen sind hierzulande vielfach durch ausgedehnte Erdgasnetze geprägt
  • Einzelversorgung wird immer noch, auch bei Einsatz fossiler Energien, mit höherer Versorgungssicherheit in Verbindung gebracht („Eigene Feuerstelle im Keller“).
  • Ältere Wohnhäuser weisen in zahlreichen Fällen noch keine Zentralheizungssysteme auf.
  • Hausbesitzer sehen bei Einzelheizungen häufig nur die Brennstoffkosten und nicht die Wärmevollkosten. Doch auch die Anschaffungskosten des Kessels sowie Wartung und Instandhaltung sind notwendiger Teil der Bilanz.

Im Spannungsfeld zwischen den Vorteilen und Hemmnissen setzt die Arbeit des Kompetenzzentrums Wärmenetze an. Durch intensive Beobachtung des Marktes, Verbreitung von Informationen in verschiedener Form, durch Veranstaltungen sowie durch Initialberatungen und die Bildung landesweiter Netzwerke wird das Kompetenzzentrum die Wärmewende vorantreiben und unterstützen.