15.02.2017

Contracting lohnt sich auch für kleine und mittlere Liegenschaften

Kompetenzzentrum Contracting der KEA unterstützt mittelständische Anbieter bei der Projektvorbereitung. Mittelständische Unternehmen, Energiegenossenschaften und Handwerksfirmen können in den Contracting-Markt einsteigen. Projekte ermöglichen langjährige Kundenbindung.


Handwerksbetrieben und kleinen Unternehmen bietet der Contracting-Markt große Chancen. Foto: Energiekompetenz BW

Der Markt für Energiespar-Contracting wächst seit Jahren kontinuierlich. Besonders in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Berlin und Bremen gibt es zahlreiche Projekte. Die meist großen Liegenschaften werden in der Regel von wenigen Contractoren saniert. Das Potenzial bei kleinen und mittleren Gebäuden liegt dabei noch weitgehend brach. Zu Unrecht, denn die Zahl der möglichen Projekte und die damit verbundenen wirtschaftlichen Chancen sind hoch. Handwerksbetriebe, Energiegenossenschaften sowie kleine und mittlere Unternehmen könnten diese Chance nutzen. Wer als Contractor in den Markt einsteigen will, bekommt beim Kompetenzzentrum Contracting der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg jetzt Unterstützung – unter anderem in Form von Musterverträgen, Kalkulations-Tools und Kurzchecks für Maßnahmen wie Pumpentausch sowie Beleuchtungs- und Heizungserneuerung.

Informationen zu den beschriebenen Angeboten stehen auf der Website des Kompetenzzentrums Contracting unter www.energiekompetenz-bw.de kostenlos bereit. Interessierte Unternehmen können auch direkt unter der Telefonnummer 0721 98471-930 Kontakt aufnehmen.

Marktpotenzial ist hoch

Das Potenzial für Energiespar-Contracting in Deutschland ist hoch. Rund 10 bis 20 Prozent aller öffentlichen Liegenschaften könnten mit der Dienstleistung energetisch saniert werden. Bei Krankenhäusern sind es sogar 40 bis 60 Prozent, ergab 2013 eine Studie der Prognos AG. Derzeit teilen sich den Energiespar-Contracting-Markt noch wenige Unternehmen auf, rund 10 sind es bundesweit. Künftig werden es deutlich mehr werden. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, Energiegenossenschaften und Handwerksbetriebe bietet sich eine große Chance: Der noch weitgehend unerschlossene Bereich der kleinen und mittleren Liegenschaften. Zum Einstieg bieten sich zunächst abgrenzbare Maßnahmen wie Beleuchtung oder Wärmeerzeugung an. Diese Projekte haben vom Auftragsvolumen her und vom Aufwand meist genau die richtige Größe, zudem sind sie für große Contractoren wirtschaftlich nicht interessant genug.

Interessierte Unternehmen können sich mit ihrem Projektvorschlag an das Kompetenzzentrums Contracting zur Klärung der Eignung und zum weiteren Vorgehen wenden. Zudem stehen Rechenwerkzeuge zur Verfügung, mit denen die die Einsparpotenziale der Sanierungsmaßnahmen abgeschätzt werden können. Das Kompetenzzentrum Contracting unterstützt zudem in ersten Pilotprojekten eines neuen Contractors auch bei der Abstimmung mit der Bank.

Bürgschaften reduzieren das Ausfallrisiko

Um die Risiken zu reduzieren, bietet die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg in dem neuen Programm „Contracting-Bürgschaften“ eine speziell auf Energiespar-Contracting-Projekte zugeschnittene Bankbürgschaft von bis zu zwei Millionen Euro an. Mit dieser Bürgschaft können sowohl Investitionskredite für kleine und mittlere Unternehmen als Contractor oder Kunde als auch die Vertragserfüllung abgesichert werden.

Win-Win-Situation dank Energiespar-Contracting

Wohn- und Nichtwohngebäude müssen künftig in großem Stil energetisch modernisiert und effizient betrieben werden, soll die Gebäudeinfrastruktur in Deutschland zukunftsfähig werden. Beim Energiespar-Contracting profitieren sowohl Eigentümer als auch ausführende Unternehmen – der Auftraggeber erhält Gebäude mit effizienter, klimafreundlicher Anlagentechnik, ohne Geld in die Hand nehmen zu müssen, das ausführende Unternehmen wird aus der Energiekosteneinsparung vergütet. Die Erfahrung zeigt zudem: Viele Kunden schätzen es, dass ihnen ein „Kümmerer“ mit technischem Sachverstand zur Verfügung steht, der die Anlagen kennt und gegebenenfalls noch weitere Optimierungspotenziale aufspürt.

Bei den meisten Modernisierungsmaßnahmen endet die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden mit der Installation der Anlage, im besten Fall folgt noch ein Wartungsvertrag. Beim Contracting plant, realisiert und finanziert ein Unternehmen die technische Gebäudesanierung oder Teile davon und kümmert sich um die Instandhaltung und die Optimierung der Anlagen während des Betriebs. Im Gegenzug wird dieses Unternehmen an den Einsparungen beteiligt und deckt darüber seine Kosten. Die Einspargarantie weist das Unternehmen entweder rechnerisch, verbrauchsabhängig oder durch eine Kombination aus beidem nach.

Mit dieser Dienstleistung erhält der Gebäudeeigentümer ein Paket an Leistungen, das insbesondere bei der immer komplexer werdenden Anlagentechnik sowie den Finanzierungsengpässen mancher Gebäudeeigentümer und deren mangelndem technischen Sachverstand ansetzt. Gleichzeitig bietet es eine lohnende Alternative zur klassischen Anlageninstallation mit häufig unzureichender Effizienz in der Betriebsphase.