16.07.2018

Baden-Württemberg: 25. Treffen der regionalen Energieagenturen in Stuttgart

Über 30 Agenturen nahmen an der Zusammenkunft teil. Landesweites Netz unabhängiger Fachteams berät zu energetischer Sanierung und Klimaschutz.


Auf den Punkt gebracht: Die Zukunftsvisionen der regionalen Energieagenturen für 2030 (©: KEA / Kathrin Werner)

Baden-Württembergs regionale Energieagenturen haben sich am 12. Juli 2018 in Stuttgart zu ihrem 25. Erfahrungsaustausch getroffen. Die Energieexperten von Mannheim bis Friedrichshafen besprachen bei dem jährlichen Meeting Neues aus der Förderlandschaft von Land und Bund und diskutierten Erfahrungen und Ideen aus der täglichen Praxis. Das Jubiläumstreffen drehte sich auch um Beispiele aus anderen Bundesländern und um Zukunftsvisionen.

Die inzwischen 34 Energieagenturen im Land beraten landesweit Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Unternehmen und Vereine zur energetischen Gebäudesanierung und zu kommunalem Klimaschutz. Inzwischen decken sie nahezu jeden Landkreis ab und arbeiten auch in gemeinsamen Projekten zusammen. Organisiert wurde das Treffen vom Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz der Landesenergieagentur KEA. Die KEA-Experten betreuen das landesweite Netz im Auftrag des Umweltministeriums.

„Dieses flächendeckende Netz ist europaweit einmalig“, sagt Harald Bieber, der für die regionalen Energieagenturen bei der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg zuständig ist. „Die Agenturen wirken als zentrale Akteure, die den Klimaschutz vor Ort und auch baden-württembergweit voranbringen.“

Gebündeltes Fachwissen

Über einen Ein-Mann-Betrieb bis hin zu einer kleinen Firma: Wie regionale Energie- und Klimaschutzagenturen aufgestellt sind, verrät ihr Name nicht. Allein, sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: Die Energiewende vor Ort voranzubringen. Einige arbeiten dabei eng mit dem Landkreis zusammen, andere kooperieren intensiv mit den Energieberatern in der Region Viele benachbarte Agenturen tauschen sich regelmäßig intensiv aus und arbeiten projektbezogen zusammen, etwa beim European Energy Award (eea). „Das gebündelte Fachwissen der Kolleginnen und Kollegen bildet zusammen mit ihrer vielfältigen Erfahrung ein enormes Kapital“, so Harald Bieber vom KEA-Kompetenzzentrum.

Als Pionier startete 1997 die KliBa in Heidelberg, es folgten 1999 die Energieagentur Regio Freiburg, die Energieagentur Ravensburg und das EBZ Stuttgart. Die Energieagentur Heilbronn schloss 2016 eine der letzten Lücken. Aktuell gibt es nur drei Kreise im Land, die über keine Energieagentur verfügen (siehe Grafik). Von 2002 bis 2015 erhielten neu gegründete Agenturen durch das Umweltministerium im Rahmen des Klimaschutz-Plus-Programms eine Anschubfinanzierung – meist 100.000 Euro. Früher gegründete Agenturen bekamen eine finanzielle Unterstützung durch das damalige EU-Förderprogramm SAVE. Ziel der Förderung war eine möglichst flächendeckende Versorgung des Landes mit kompetenter Beratung und Unterstützung in Belangen des Klimaschutzes. Verbunden mit dieser Startfinanzierung war die Anforderung, Erstberatungen für Privatleute kostenfrei anzubieten. Die meisten Agenturen kooperieren dazu inzwischen mit der Verbraucherzentrale.

Wer im Sinne des Klimaschutzes Projekte umsetzen will, kann auf Förderprogramme des Bundes und des Landes zählen. Doch welches Programm greift wann – und wer gibt Ratsuchenden dazu unabhängig und kostengünstig Auskunft? Die Spezialisten der Energieagenturen sind immer auf dem aktuellen Stand: „Fortbildungen und der Austausch mit Ministerien und der KEA zu Gesetzen, Förderprogrammen und technischen Neuerungen, die energetische Themen betreffen, stehen dort auf der Tagesordnung“, versichert Harald Bieber. Fazit: Wer sich bei einer regionalen Energieagentur beraten lässt, nimmt eine individuelle, firmenneutrale Empfehlung mit nach Hause, die Hand und Fuß hat.

Umweltministerium würdigt Schaffen der Agenturen

Die 25. Zusammenkunft der Agenturen beschäftigte sich nach dem Grußwort von Ministerialdirigent Helmfried Meinel, Amtschef des Umweltministeriums, mit der Frage nach dem derzeitigen Stand der Aktivitäten in Sachen Klimaschutz und Energiewende. Auch Beispiele aus regionalen Energieagenturen anderer Bundesländer standen auf dem Programm. Das baden-württembergische Netzwerk befasste sich darüber hinaus mit der Frage, wo es sich 2030 sieht.

Weitere Informationen: Energieagenturen in Baden-Württemberg