Bioenergiedörfer

Die Markteinführung der Bioenergie in Verbindung mit Wärmenetzen erfolgte in Baden-Württemberg bereits vor rund 20 Jahren, als die ersten Holzheizwerke mit Hackschnitzelkesseln, finanziell unterstützt durch die damaligen Förderprogramme, realisiert wurden. Das erste Bioenergiedorf im Land war Mauenheim (Landkreis Tuttlingen), das seit 2006 seinen Wärmebedarf zu großen Teilen aus Biogaswärme und Holzhackschnitzeln deckt. Laut Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft gibt es landesweit bereits 82 Bioenergiedörfer.
(Stand: Juni 2015)

Die Wärmeerzeugung erfolgt vielfach in ganzjährig betriebenen Biogasanlagen in Kombination mit Hackschnitzelkessel und einem fossilen Spitzenkessel. Der im Blockheizkraftwerk der Biogasanlage erzeugte Strom wird ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet. Ein Teil der Bioenergiedörfer bezieht die Wärme ausschließlich aus Biomasseheizwerken (Hackschnitzel, Pellet). Strom wird in diesen Fällen nicht erzeugt. Von zunehmender Bedeutung beim Betrieb von Holzkesseln in Heizzentralen ist eine hochwertige Abgasreinigung mit Partikelfiltern.

Ungenutzte Wärmepotenziale

Der Ausbau der Biogasnutzung während der letzten 15 Jahre war vielfach dadurch geprägt, dass im Wesentlichen die Stromerzeugung im Mittelpunkt stand und die Wärme als Abfallprodukt betrachtet wurde. Deshalb gibt es ein weiterhin sehr großes, bisher ungenutztes Potenzial von Wärme aus Biogasanlagen, das grundsätzlich für die Einspeisung in Wärmenetze zur Verfügung steht.

Aufgrund der in Zukunft zunehmenden Stromerzeugung durch PV- und Windkraftanlagen, die den witterungsbedingten Schwankungen unterworfen ist, werden in Zukunft immer mehr flexible Stromerzeugungskapazitäten benötigt, die zu den Zeiten die Täler auffüllen, wenn Sonne und Wind zu wenig Leistung bereitstellen. Diese Lücke kann in Zukunft zunehmend durch flexible KWK-Anlagen geschlossen werden, wozu auch Biogas-Blockheizkraftwerke gehören.

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