Fördermöglichkeiten

Auf Bundes- und auf Landesebene gibt es eine Reihe von Förderinstrumenten, die den Bau von Wärmenetzen finanziell unterstützen. Als neuestes Programm ist das am 27. Juni 2017 verabschiedete Modellvorhaben Wärmenetzsysteme 4.0 des Bundeswirtschaftsministeriums dazugekommen.
Die Voraussetzungen und Förderkriterien der verschiedenen Programme werden hier in Form von übersichtlichen Tabellen zusammengefasst. Wir wollen damit einen Überblick über die wesentlichen Regelungen vermitteln, damit sich alle, die den Bau eines Wärmenetzes planen, ein Bild davon machen können, welches Programm für sie in Frage kommt und welche Förderung zu erwarten ist.
Aufgrund der teilweise sehr komplexen Regelungen ist es jedoch nicht möglich alle Einzelheiten in dieser übersichtlichen Form darzustellen. Aus diesem Grund empfehlen wir auf jeden Fall eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der zuständigen Bewilligungsstelle.

 

Ergänzung zur Systematik der Förderung in Deutschland

Die vier Förderprogramme und das KWK-Gesetz können in drei Gruppen eingeteilt werden. Zur ersten Gruppe gehören alle Wärmenetze, bei denen in der Heizzentrale KWK-Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung zum Einsatz kommen. In diesem Fall erfolgt die Förderung der Wärmeleitungen und der Wärmespeicher ausschließlich über das KWK-Gesetz und nicht über das Marktanreizprogramm. Wird zusätzlich zur KWK-Wärme Abwärme aus Industrie- und Gewerbebetrieben in das Netz eingespeist, gibt es für die Wärmeauskopplung eine Förderung über das KfW-Programm 294. Mit Hilfe des Landesprogramms energieeffiziente Wärmenetze kann die finanzielle Förderung weiter ergänzt werden.
Wird ausschließlich Wärme aus erneuerbaren Energien (Bioenergie, Solarthermie, Geothermie) erzeugt, erfolgt die Förderung nur über das Marktanreizprogramm (KfW-Programm 271, Erneuerbare Energien Premium). Das Aktionsprogramm Energieeffizienz (APEE) bietet darüber hinaus die Möglichkeit, das Fördervolumen zu erhöhen. Für die zusätzliche Nutzung von industrieller und gewerblicher Abwärme ist in diesem Fall ebenfalls eine Kombination mit dem KfW-Programm 294 möglich. Eine ergänzende Fördermöglichkeit bietet auch bei regenerativer Wärme das Landesprogramm, sofern in der Heizzentrale nicht nur Biomasse zum Einsatz kommt.
Das neue Bundesprogramm Wärmenetze 4.0 bildet eine eigene Kategorie, da es für sich alleine steht und nicht mit anderen Programmen durch Kumulierung von Fördermitteln kombiniert werden kann.